Fischadler erobern Sachsen-Anhalt zurück

Der Fischadler hat sich den Norden Sachsen-Anhalts zurückerobert. Noch vor 40 Jahren waren die großen Greifvögel an Elbe und Havel komplett ausgerottet. Wie der Biologe Stefan Fischer von der Staatlichen Vogelschutzwarte Sachsen-Anhalt MDR INFO mitteilte, leben mittlerweile aber wieder 30 Brutpaare im Land. Vor allem der Rückgang der Pestizidbelastung, die den Vögeln in früheren Jahrzehnten stark zugesetzt habe, sowie konsequente Schutzprogramme seien die Gründe für die Rückkehr der Raubvögel.

Energieversorger bieten Nisthilfen

Fischadler nisten nach Angaben der Ornithologen mit Vorliebe auf Strommasten. Der Energieversorger E.ON-Avacon rüstet deshalb seine neu entstehenden Öko-Strom-Trassen mit entsprechen Plattformen aus, auf denen die Adler ihr Nest bauen können. Das werde von den Vögeln sehr gut angenommen, sagte Vogelschutzwart Fischer. Allein in diesem Jahr hätten sich vier Fischadlerpaare auf Strommasten niedergelassen. Auch Vogelberinger Manfred Kunert aus Wulkau ist begeistert. In den 70er-Jahren hätte er nie gedacht, dass sich die vom Pestizid DDT ausgerotteten Fischadler jemals erholen würden. Jetzt lebten allein im Landkreis Stendal wieder neun Paare, unter anderem bei Klietz, Arneburg, Buch und Grieben. Sie alle hätten in diesem Jahr sehr gute Brutergebnisse.

Sorge um Rotmilan

Sorgen bereitet den Vogelschützern allerdings ein anderer Greifvogel. Nach Angaben von Vogelwart Fischer leben immer weniger Rotmilane in Sachsen-Anhalt. Ein Grund hierfür sei eine Umstellung bei der Landnutzung. Der Greifvogel finde deshalb nicht mehr genug Mäuse und Hamster auf den Ackerflächen. Ein weiterer Grund sei die Zunahme von Windkraftanlagen, die dem Rotmilan zusetzten.

Wegen geplanter Bauarbeiten nahe der Roßlauer Elbbrücke errichtete die Bahn im März einen 28m hohen Ausweich-Nistmasten für Fischadler.

Fischadler haben sich auf einem Mast der Deutschen Bahn ein Nest gebaut.

Quelle: www.mdr.de

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