Fischadlerwochen: Naturpark Dübener Heide lädt bis 24. Mai in das Haus am See nach Schlaitz ein
VON ULF ROSTALSKY, 18.05.09, 18:24h, aktualisiert 18.05.09, 22:02h
Fischadlerwochen im Haus am See in Schlaitz. Sabine Kunze gibt auf dem großen Bildschirm einen Überblick über das Geschehen im Horst. (FOTO: THOMAS KLITZSCH)
SCHLAITZ/MZ. “Sie machen alles richtig.” Sabine Kunze, Leiterin des Hauses am See in Schlaitz, kann nichts finden, was dem Warten auf Nachwuchs beim Fischadlerpaar Romeo und Paula ein negatives Ende bereiten könnte. Pfingsten, meint die Biologin, müsste es soweit sein. Vorausgesetzt, das derzeit bebrütete Ei bleibt unbeschadet. Informationen rund um den Fischadler und das Liebesleben von Romeo und Paula sind nicht neu im Haus am See. Seit 2006 erlaubt eine Kamera den Blick in den Horst. Nach der Premiere im vergangenen Jahr ist die Einrichtung
des Landkreises derzeit einmal mehr dabei, Wissenswertes über die großen Vögel noch komprimierter zu servieren. “Wir machen mit bei den Wildtier-Erlebniswochen des Naturparks Dübener Heide”, bestätigt Sabine Kunze und sieht das Haus am See gewissermaßen als Dreh- und Angelpunkt für die Touren, die interessierte Zeitgenossen wenigstens ein paar Stunden ganz nah zu Romeo und seiner Frau bringen sollen.
Nah sei dabei sicher relativ zu betrachten, meint Naturpark-Führer Michael Bier, der im Wechsel mit seiner Kollegin Birgit Rabe noch in der ganzen nächsten Woche geführte Touren anbieten wird. Denn zu sehen seien die Fischadler mit Sicherheit am besten im Haus am See. Aber sein Revier kennen lernen, seinen Lebensraum in Augenschein nehmen: das funktioniere zu Fuß sehr gut.
Die von ihm ersonnene Drei-Stunden-Tour führt in Richtung Tiefkippe Schlaitz und Fischadler-Beobachtungsstand, sie streift auch das Stausee-Ufer. “Natur pur”, finden Gabriele Wenzel und Albert Stahl. Das Paar aus dem Oldenburgischen macht derzeit Urlaub in der Dübener Heide und nutzt gern das Angebot, mit Ortskundigen auf Tour zu gehen. Nicht, dass er als Forstbeamter keine Ahnung von Natur habe, geht Stahl gegen mögliche Vorurteile an. Doch Ortskenntnis helfe, vieles noch besser wahrnehmen zu können. Von Michael Bier erwartete er gewissermaßen die grobe Marschrichtung. “Es wird ganz sicher schön werden”, gaben sich die Gäste zuversichtlich.
Fischadlers Liebesleben ist ohne Zweifel das Maß der Dinge in Schlaitz. Deshalb auch die Fischadlerwochen. Aber sich allein auf Informationen rund um den beeindruckenden Vogel mit seiner ausgeprägten Vorliebe für im Stausee lebende Goldfische zu beschränken, ist Naturpark-Führer Biers Sache nicht. “Gleich in der Nähe brütet ein Schwanenpaar”, fordert er seine Begleiter zu besonderer Aufmerksamkeit auf. Ein schneller Blick, schon geht die Tour weiter. Jetzt steht der Biber im Mittelpunkt. Ein ganzes Stück Land hat der nach seinen Vorstellungen gestaltet. Da gibt es nicht nur den Biberdamm. Da sind auch zahlreiche vom Nager bearbeitete Bäume zu sehen. “Und beim genauen Betrachten auch seine Rutschbahnen zum See hinunter.” Michael Bier ist in seinem Element und versteht es, Freude an der Natur zu vermitteln. Auf dem Fischadler-Beobachtungsstand ist ein gutes Auge gefragt. Und ein Fernglas. Der Horst von Romeo und Paula kommt damit deutlich näher. Es wird gebrütet.
Quelle: www.mz-web.de vom 18.05.09