Was gibt es neues bei den Fischadlern?

25. Januar 2012

Wir haben jetzt Ende Januar und bald beginnt wieder die neue Fischadlersaison. Nach dem es im letzten Jahr nicht geklappt hat, dass ein Fischadlerpärchen auf dem Horst in Schlaitz gebrütet hat, hoffen alle auf das neue Jahr. Mal sehen, ob AP3 wieder kommt und diesmal hier brütet oder ob es ein neues Paar gibt.

Auch wenn kein Fischadlerpaar letztes Jahr gebrütet hat ist es nie langweilig geworden. Die Kamera konnte neben AP3 auch viele andere schöne Tieraufnahmen von Turmfalken, Rotschwänzchen und Kolkraben am Horst machen.

Aber auch so war das Team vom “Haus am See Schlaitz” nicht untätig und präsentierte sich vierorts, um das Fischadlerprojekt vorzustellen.

Gestern schrieb u.a. die MZ Bitterfeld über die Aussteller auf der Grünen Woche Berlin: “… Ebenso ist das “Haus am See” aus Schlaitz am Stand “Anhalt 800″ mit interessanten Videos über den Fischadler am Muldestausee vertreten.”

Wespen-Alarm im Bienenhaus

28. Juli 2011
VON IRIS LADEMANN, 27.07.11, 18:49h, aktualisiert 27.07.11, 19:08h
Ferientag in Schlaitz

Lena und Leonie an der Spritze, Opa Volker Stein (r.) bedient die Pumpe. (FOTO: MZ)
SCHLAITZ/MZ. ”Du kannst ihn ruhig streicheln. Er ist handzahm.” Diese aufmunternden Worte von Falkner Janko Paufler sind an die siebenjährige Vanessa gerichtet, die aus respektvoller Entfernung die Uhu-Dame Gerda beobachtet. Doch dann fasst sie sich ein Herz und ist ganz überrascht vom weichen Gefieder und dass der Vogel mit den “goldenen Augen”, wie sie meint, überhaupt keine Angst zeigt. Ihre ein Jahre ältere Schwester bleibt skeptisch. Sie hält es eher mit dem wesentlich kleineren Falken, den Paufler ebenfalls zum MZ-Ferientag mitgebracht hat.

Fast 400 Besucher, wesentlich mehr als in den Vorjahren, haben am Mittwoch bei herrlichem Sommerwetter den Weg nach Schlaitz, Landkreis Anhalt-Bitterfeld, gefunden. Anlaufstelle ist vor allem das Informationszentrum für Umwelt und Naturschutz “Haus am See” mit seinen Tierpräparaten, heimischen Pflanzen und einer Bienen-Schaubeute. Dort erleben die Besucher gerade ein nicht alltägliches Schauspiel. Eine Wespe ist eingedrungen. Sofort wird sie von Bienen umzingelt, die den Eindringling Stück für Stück aus der verglasten Beute hinausdrängen. Lena und Nico, die mit ihren Großeltern aus Wittenberg angereist sind, bleibt vor Staunen der Mund offen stehen. Und noch mehr staunen die Neun- beziehungsweise Zehnjährigen über das Leben im Fischadlerhorst, das von einer Kamera, die unmittelbar neben dem Horst vor sechs Jahren installiert worden ist, eingefangen und auf einen großen Bildschirm übertragen wird.

Sabine Kunze, eine der beiden Leiterinnen des Hauses, hat nicht nur die schönsten Szenen zusammengeschnitten, sondern kommentiert in einer überaus unterhaltsamen Form das Leben im Host der Fischadler. Dabei wird deutlich, dass dort über die Jahre nicht nur eitel Sonnenschein herrschte, sondern dass der Horst, die Brut beziehungsweise die Jungen immer wieder gegen Eindringlinge verteidigt werden mussten – was leider nicht immer gelang. Wer hier gut zugehört und sich auch im Haus richtig umgeschaut hat, kann im Anschluss die Natur-Quiz-Fragen leicht beantworten.

Tierisch geht es fast überall auf dem Gelände zwischen Haus am See und dem benachbarten Heide-Camp am Muldestausee zu. Denn auf der großen Wiese mit den historischen Landmaschinen stehen auch sechs Ponys für einen Ritt über das Gelände. “Wir kommen vom Pferdehof Plodda”, sagt Inhaberin Rita Hechtner, und hilft den Kindern auf den Rücken der Pferde. Die 14-jährige Vanessa aus Greppin-Wachtendorf, die auch Reitstunden auf dem Greppiner Reiterhof nimmt, hat es mit Sissi doch nicht so einfach. Die Schimmelstute hat keine Lust, sie bockt und schlägt aus. “Du musst ihr zeigen, wer der Herr im Sattel ist”, ermutigt sie ihr Vater Horst Gusewell. Endlich sitzt Vanessa oben und Sissi geht gemächlichen Schrittes los – muss aber etwas Platz für den Traktor machen.

Auf dem Kremser sitzt ein lustig winkendes Völkchen. Die zwölfjährige Emely hat ein besonderes Plätzchen ergattert – direkt neben Walter Berger. Er steuert nicht nur den “Pionier”, ein Relikt aus DDR-Zeit, dem er wieder Leben eingehaucht hat, sondern er ist auch der Inhaber des Campingplatzes, den die “Fahrgäste” auf ihrer Rundreise kennenlernen. “Oma, da steht unser Campingwagen”, ruft Emelys Schwester Julia (9). Christa Wildgrube und ihr Ehemann aus dem Thüringischen machen mit den Enkelkindern gerade Urlaub im Camp, erzählen sie.

Im Wettkampffieber sind die siebenjährige Lena und die ein Jahr jüngere Leonie. Mit allen Kräften zielen sie mit der Kübelspritze, die die Jugendfeuerwehr “Muldestausee” neben historischer und moderner Löschtechnik aufgebaut hat, auf eine kleine Öffnung, damit so viel Wasser wie möglich im Behälter landet. Und Opa Volker Stein an der Pumpe hat vor Anstrengung schon Schweißperlen auf der Stirn.

Ferientag Schlaitz

Brieftaubenzüchter Thomas Richter ließ seine Tauben fliegen. (FOTO: ANDRÈ KEHRER)

Quelle: www.mz-web.de)

Fischadler erobern Sachsen-Anhalt zurück

26. Juli 2011

Der Fischadler hat sich den Norden Sachsen-Anhalts zurückerobert. Noch vor 40 Jahren waren die großen Greifvögel an Elbe und Havel komplett ausgerottet. Wie der Biologe Stefan Fischer von der Staatlichen Vogelschutzwarte Sachsen-Anhalt MDR INFO mitteilte, leben mittlerweile aber wieder 30 Brutpaare im Land. Vor allem der Rückgang der Pestizidbelastung, die den Vögeln in früheren Jahrzehnten stark zugesetzt habe, sowie konsequente Schutzprogramme seien die Gründe für die Rückkehr der Raubvögel.

Energieversorger bieten Nisthilfen

Fischadler nisten nach Angaben der Ornithologen mit Vorliebe auf Strommasten. Der Energieversorger E.ON-Avacon rüstet deshalb seine neu entstehenden Öko-Strom-Trassen mit entsprechen Plattformen aus, auf denen die Adler ihr Nest bauen können. Das werde von den Vögeln sehr gut angenommen, sagte Vogelschutzwart Fischer. Allein in diesem Jahr hätten sich vier Fischadlerpaare auf Strommasten niedergelassen. Auch Vogelberinger Manfred Kunert aus Wulkau ist begeistert. In den 70er-Jahren hätte er nie gedacht, dass sich die vom Pestizid DDT ausgerotteten Fischadler jemals erholen würden. Jetzt lebten allein im Landkreis Stendal wieder neun Paare, unter anderem bei Klietz, Arneburg, Buch und Grieben. Sie alle hätten in diesem Jahr sehr gute Brutergebnisse.

Sorge um Rotmilan

Sorgen bereitet den Vogelschützern allerdings ein anderer Greifvogel. Nach Angaben von Vogelwart Fischer leben immer weniger Rotmilane in Sachsen-Anhalt. Ein Grund hierfür sei eine Umstellung bei der Landnutzung. Der Greifvogel finde deshalb nicht mehr genug Mäuse und Hamster auf den Ackerflächen. Ein weiterer Grund sei die Zunahme von Windkraftanlagen, die dem Rotmilan zusetzten.

Wegen geplanter Bauarbeiten nahe der Roßlauer Elbbrücke errichtete die Bahn im März einen 28m hohen Ausweich-Nistmasten für Fischadler.

Fischadler haben sich auf einem Mast der Deutschen Bahn ein Nest gebaut.

Quelle: www.mdr.de

Uhu Gerda kommt mit

22. Juli 2011
Haus am See

Auch im Haus am See selbst ist viel zu entdecken. (FOTO: ARCHIV/KEHRER)

SCHLAITZ/MZ. Ausflugsziel: Am Muldestausee in Schlaitz kommen vor allem Naturliebhaber auf ihre Kosten. Denn auf den zahlreichen Rad- und Wanderwegen, zu denen auch ein Naturlehrpfad gehört, lassen sich Flora und Fauna der einstigen Tagebaulandschaft, die als solche längst nicht mehr zu erkennen ist, am besten erkunden. Und der Stausee selbst, mit bester Wasserqualität, lädt zum Baden ein. Allerdings sind die schmalen Sandstrände nicht bewacht. Doch nicht nur touristische Attraktionen werden am 27. Juli von 10 bis 15 Uhr geboten, sondern auch Sport, Spiel und jede Menge Spaß sind garantiert.

Programm: Der Ferientag gestaltet sich fast ausschließlich rund um das Haus am See, in dem sich eine umfangreiche Dauerausstellung mit mehr als 80 heimischen Tierpräparaten befindet, und auf einem großen Bildschirm kann man auch einen Blick in den Fischadlerhorst werfen – was eine Kamera neben dem Horst möglich macht. Außerdem wartet auf die Besucher ein Mitmach-Quiz, eine Igelausstellung mit dem Ehepaar Dorschner, das eine Igelpension betreibt. Und wer schon immer mal die Welt vom Rücken eines Pferdes aus erleben wollte, der kann das an diesem Tag ebenfalls tun. Denn der Ponyhof Hechtner aus Plodda ist mit von der Partie. Und ein Falkner bringt die Uhu-Dame Gerda zum Anfassen und Streicheln mit. Außerdem lädt die Schachgemeinschaft Löberitz zu kleinen Schachpartien ein. Mit unterhaltsamen Spielen ist die Jugendfeuerwehr der Einheitsgemeinde “Muldestausee” dabei. Seine Kräfte messen kann man hier beim Feuerwehrstiefel-Weitwurf und beim Büchsen-Spritzen. Im benachbarten Heidecamp kann ab 12 Uhr nicht nur der Imbiss eingenommen werden, sondern dort wartet auch alte Landtechnik darauf, ganz neu entdeckt zu werden. Und sie funktioniert sogar noch, was insbesondere bei den Rundfahrten durch das Camp deutlich werden wird. Denn der Inhaber wird seinen Traktor aus DDR-Zeit anwerfen und mit den Gästen Runden über das Gelände drehen. Vorbei geht es dabei auch am ehemaligen Magazin, das zum Tagebau gehörte und heute seine Geschichte anschaulich wach hält.

“Die Teilnahme an der MZ-Ferienaktion “Urlaub für 15 Euro” in Schlaitz ist nur mit dem Coupon möglich, der in der MZ vom 22. Juli abgedruckt ist.”

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung vom 22.07.11

Kein brütendes Paar am Fischadlerhorst

18. Juli 2011

Inzwischen ist es leider Gewissheit geworden, dass  es in diesem Jahr im Fischadlerhorst am Muldestausee keine Fischadlerküken gibt. AP3 konnte alle anderen Fischadler erfolgreich vertreiben. Trotzdem lohnt sich immer ein Besuch des “Haus am See”, denn es werden regelmäßig die schönsten Aufnahmen aus den Jahren 2006 – 2011 gezeigt. Ein Blick in den Horst und seine Umgebung ist immer möglich, denn auch jetzt können viele Tiere, u.a. Kraniche, Turmfalken, Rotwild,  Wildschweine sowie durchziehende Fischadler beobachtet werden.  Auf Fischadlernachwuchs  müssen wir aber leider bis zum nächsten Frühjahr warten.

AP3 lässt kein anderes Männchen ran

11. Mai 2011

Das Fischadlermännchen “AP3″, das mit seinem Weibchen in der Goitzsche brütet, hält sich nach wie vor auch am Horst in der Tiefkippe in Schlaitz auf und verjagt alle anderen Fischadler. Somit wird es hier wohl leider nichts mit dem Nachwuchs in diesem Jahr.

01.05.2011 HAUS AM SEE Schlaitz

28. April 2011

Das Haus am See Schlaitz feiert am 01.05.2011 seinen 17. Geburtstag mit einem Tag der offenen Tür. Geminsam mit dem Heide-Camp Schlaitz, welches den 18. Geburtstag feiert, laden sie von 11.00 – 17.00 Uhr an den Muldestausee ein.

Folgendes wird geboten:

Haus am See:

  • Knüppelkuchen – Backen am Lagerfeuer
  • Fischadler – Live – Beobachtungen und Vorführung der interessantesten Aufnahmen
  • Ausstellung heimischer Tiere
  • Quiz mit kleinen Preisen und Gestalten mit Naturmaterialien
  • 14.00 Uhr Lesung mit Herrn Lutz O. Heinrich aus Muldenstein „Geschichten aus der Region“
  • Infostand der Jägerschaft Bitterfeld e.V.
  • Falkner Herr Lorenz aus Pouch
  • Buchdorf Mühlbeck-Friedersdorf
  • Infostand des BUND

Heide – Camp:

  • Essen aus der Gulaschkanone
  • Musik auf der Bühne
  • Ausstellung mit historischer Landtechnik und zur Bergbaugeschichte
  • Traktorrundfahrten
  • Sport und Spiel

Das HAUS AM SEE befindet sich in Schlaitz, Am Muldestausee 2, 06774  Muldestausee.

Fischadlermännchen “AP3″ am Horst

20. April 2011

Bisher gibt es leider noch nichts Neues vom Fischadlerhorst in Schlaitz zu berichten. Romeo ist immer noch nicht aufgetaucht und die Hoffnung schwindet, dass er noch kommt. Langweilig ist es aber trotzdem nicht, weil immer wieder Fischadler auftauchen, allerdings noch keiner “sesshaft” geworden ist.

Ziemlich lange hat sich das Fischadlermännchen “AP3″ am Horst aufgehalten. Auch einige Weibchen wurden gesehen. Doch AP3 hat schon in den letzten beiden Jahren in der Goitzsche gebrütet und auch in diesem Jahr ist er zusammen mit seinem Weibchen beim Nestbau und bei Paarungen in der Goitzsche beobachtet worden. Somit wird er wohl nicht bleiben.

AP 3

Kampf um den Horst hat begonnen

13. April 2011

Vergeblich hält Fischadlerweibchen Paula vom Horst in der Schlaitzer Tiefkippe Ausschau nach ihrem Romeo. Denn bis zum heutigen Tag ist das Männchen, mit dem sie 2009 und 2010 die Jungen aufgezogen hat, noch nicht eingetroffen. “Eigentlich sind die Männchen zuerst aus dem Winterquartier zurück und bereiten für die später ankommenden Weibchen schon die Nist-Kuhle vor.” Etwas Wehmut schwingt in den Worten von Sabine Kunze, die gemeinsam mit Susanne Grießbach das Informationszentrum für Umwelt und Naturschutz “Haus am See” in Schlaitz leitet. Denn Romeo, wie er 2006 getauft wurde, seitdem eine Kamera neben dem Horst angebracht wurde und rund um die Uhr Bilder ins Haus am See liefert, sei nicht nur sehr treu im Bezug auf den Standort, sondern: “Er kam auch immer pünktlich, zwischen dem 25. und 28. März”, blickt Sabine Kunze zurück.

Doch in diesem Jahr ist alles anders. Denn nicht nur Paula hat vergebens Ausschau gehalten, sondern auch sämtliche Mitarbeiter vom Haus am See und Besucher. “Wir haben in den vergangenen Tagen unzählige Anrufe bekommen. Und alle wollten wissen, was denn nun mit Romeo sei, ob er inzwischen eingetroffen ist oder Hinweise vorliegen, die mit ihm im Zusammenhang stehen”, berichtet Sabine Kunze über die Anfragen. Doch sie könne nur Vermutungen anstellen, was passiert sein könnte. Erschwerend komme hinzu, dass Romeo nicht beringt sei. So könnte es sein, meint sie, dass er inzwischen einfach zu alt ist und den Rückflug von Westafrika nach Schlaitz – rund 7 000 Kilometer – nicht mehr geschafft hat. Denn nach vorliegenden Erkenntnissen schätze man das Alter von Romeo auf rund 20 Jahre. “Viel älter werden Fischadler nicht”, weiß die Biologin. Vielleicht habe er auch gespürt, dass er den Rückflug nicht mehr schafft, und sei für seine letzten ein, zwei Jahre ganz einfach im warmen Afrika geblieben. “Für uns die schönste Vorstellung”, meint Sabine Kunze. Möglich sei natürlich auch, das er schon auf dem Hinflug in eine Stromleitung geraten sei, in ein Unwetter oder ein großes Fahrzeug ihn erwischt hat – Gefahren, wie Sabine Kunze meint, die die häufigsten Unfallursachen auf dem langen Weg ins Winterquartier und zurück sind.

Doch es ist keine Zeit zur Trauer, denn rund um den Horst findet das pralle Leben statt. Und alles wird auf dem Bildschirm im Haus am See verfolgt und genau Buch darüber geführt, was passiert. Sabine Kunze erzählt, dass der Horst “in bester Lage” am intensivsten von einem Fischadlermännchen mit der Ringnummer AP 3 in Augenschein genommen wird – mehrmals am Tag über mehrere Stunden. “Doch eine Nist-Kuhle gebaut hat der in Calbitz bei Torgau 2004 beringte Vogel noch immer nicht, obwohl Paula schon mehrmals vorbeigeschaut hat”, erzählt Sabine Kunze über das Treiben am Horst. Doch ist keine Kuhle vorbereitet, komme auch kein Weibchen. Auch einen Fisch, gewissermaßen das Brautgeschenk, habe “AP 3″ Paula nicht gebracht. “Seit ein paar Tagen haben wir sie hier nicht mehr gesehen. Möglicherweise hatte ein anderer männlicher Partner ihr mehr imponiert”, vermutet die Biologin.

Obwohl der Horst seit Tagen stark umworben sei, habe noch kein Fischadler das Nest endgültig in Besitz genommen. “Die Vögel scheinen großen Respekt vor dem angestammten Besitz zu haben, vielleicht auch deshalb, weil das bisherige Tier noch zurückkommen könnte und der Platz wieder streitig gemacht wird”, gibt Sabine Kunze ihre Beobachtungen wider. Sie erzählt, dass am 29. März ein Fischadler mit der Kennung “MZ 1″ aufgetaucht sei, der 2008 im Fläming beringt worden sei. Und die Dame “W 03″, die im gleichen Jahr im Elbe / Elster-Gebiet ihren Ring bekommen hat, sei ebenfalls häufiger Gast im Nest gewesen. Doch “AP 3″, der mit aufgestellten Flügeln auch den Horst verteidigt, habe noch keine endgültige Entscheidung getroffen.

Dabei ticke die biologische Uhr. “Spätestens Ende April müssen die Verhältnisse geklärt sein”, sagt Sabine Kunze lächelnd, denn mit Eiablage, die rund zwei Wochen dauert, 35 bis 41 Tagen Brutzeit, müssten Ende Juni die Küken schlüpfen, damit sie bis Ende August / Anfang September groß genug und kräftig sind, um den weiten Weg nach Westafrika zu schaffen.

Quelle: MZ-web.de

Haus am See wartet immer noch auf Fischadler Romeo

05. April 2011

VON GERD LÜDTKE, 04.04.11, 18:52h, aktualisiert 04.04.11, 19:18h

Sabine Kunze (r.), eine der beiden Leiterinnen vom Haus am See in Schlaitz, weiß nicht nur Interessantes über Fischadler zu berichten. (FOTO: ANDRÉ KEHRER)

SCHLAITZ/MZ. Die wenigen Streuobstwiesen, die noch verblieben sind, bieten nur noch geringen Schutz für jene Vogelart, die Hecken und vor allem offene Landschaften bevorzugt. Deshalb hat sie der Naturschutzbund (Nabu) nicht nur unter strengen Schutz gestellt, sondern auch zum Vogel des Jahres 2011 erklärt. Es handelt sich um den Gartenrotschwanz, nicht zu verwechseln mit dem doch relativ häufig vorkommenden Hausrotschwanz.

Dieser farbenfrohe Singvogel kann in unserer Region nur selten beobachtet werden. Da er ein ausgesprochener Zugvogel ist, verbringt er die Wintermonate in der Sahelzone Zentralafrikas. Ganz spezielle Vogelkästen und natürliche Baumhöhlen können helfen, diesem seltenen Vogel eine gute Nistgelegenheit zu geben und damit eine natürliche Ansiedlung zu unterstützen, so die Ausführungen zum Thema von Manfred Richter, Naturschutzhelfer im Landkreis Anhalt-Bitterfeld und Vorsitzender des Nabu-Regionalverbandes Bitterfeld-Wolfen.

Richter hielt am Sonntag einen Vortrag im Haus am See in Schlaitz zum Thema “Vogel des Jahres 2011″. Und er sprach ganz besonders zu den Lebensgewohnheiten und den ausgesprochenen Nahrungsquellen dieses Vogels. Gartenrotschwänzchen, so sagte er, bevorzugen Parks, naturbelassene Gärten und lockere Baumbestände. Hauptnahrungsquelle sind Insekten. Weil aber die Landwirtschaft und die Obstbauern häufig eine intensive Schädlingsbekämpfung vornehmen, gehen die natürlichen Futterangebote verloren, hieß es weiter.

Wie der Naturschutzhelfer vorrechnete, leben in Deutschland schätzungsweise 120 000 Brutpaare, im Altkreis Bitterfeld werden sie auf etwa 300 Paare geschätzt. In einer vom Nabu und dem bayerischen Landesbund für Vogelschutz herausgegebenen Broschüre wird mit aller Deutlichkeit darauf verwiesen, dass der Vogel des Jahres 2011 nicht mit dem doch häufiger vorkommenden Hausrotschwänzchen verwechselt werden darf. Diese Vogelart sei anspruchsloser und kann deutlich häufiger beobachtet werden. Richter konnte seine interessanten Ausführungen zum Vogel des Jahres auch mit eindrucksvollen Bildern belegen.

Die Mitarbeiter des Informationszentrums für Umwelt und Naturschutz “Haus am See”, unter der bewährten Leitung von Sabine Kunze und Susanne Grießbach, leisten in diesen Tagen eine vielschichtige Besucherbetreuung. Denn nicht nur der Vortrag hatte viele Besucher angelockt, sondern man wollte auch über das Schicksal des Fischadlermännchen Romeo etwas erfahren, der noch immer überfällig ist. Denn seit dem Jahr 2006, seitdem eine Kamera am ausgedienten Hochspannungsmast direkt neben dem Nest der Fischadler angebracht ist und die Bilder direkt ins Haus am See liefert, sei er immer Ende März aus seinem Winterquartier zurückgekehrt um den Horst für das Weibchen vorzubereiten.

Die Mitarbeiter vom Haus am See haben für das Ausbleiben von Romeo bislang keine Erklärung. “Romeo ist nicht beringt. Deshalb können wir sein Alter auch nur auf fast 20 Jahre schätzen. Es ist möglich, dass die etwa 7 000 Kilometer lange Flugstrecke von Afrika für den Senior zu strapaziös war. Dafür beobachten wir mit unserer Live-Kamera aber seit Tagen, wie andere Fischadler den Horst umkreisen, inspizieren und als mögliche Nistgelegenheit in Augenschein nehmen”, sagte Sabine Kunze am Sonntagnachmittag. “Unter Umständen müssen wir uns auf ein neues Pärchen einstellen, um unsere Besucher weiter mit Bildern aus dem Fischadlerhorst erfreuen können.”

Quelle: MZ-web.de